Kommt man über die Niedergangstreppe in den Maschinenraum sieht man rechts die Maschine wie abgebildet.
Links unten im Bild ist eine Teil des Hochdruckzylinders zu sehen, rechts daneben den größeren Niederdruckzylinder und rechts außen liegend den dazugehörigen Schieberkasten.
Der Fahrstand befindet sich vor dem Hochdruckzylinder. Zum Fahren der Maschine bedient der Maschinist 2 Hebel und ein Handrad. Im einzelnen, den Hebel des Fahrventils für die Dampfzufuhrmenge, links vom Handrad hier nicht im Bild, das Handrad für die Umsteuerung der Drehrichtung und Einstellung der Zylinderfüllung mit Dampf (von 0 – 60%), sowie den Hebel zur Einstellung der Wassermenge (Elbwasser) für den der Maschine nach geschalteten Einspritzkondensator, im Bild der senkrechte Hebel unterhalb des Handrades. Zur Überwachung der Maschine sind oberhalb 3 Manometer angebracht, das linke für den Kesseldruck, das mittlere für den Überströmdruck des Dampfes zum Niederdruckzylinder und das rechte für den Unterdruck des Kondensators.
Durch den Niedergang können die Fahrgäste den Maschinisten von oben bei den Manövern zuschauen.
 

Hier sehen Sie das Fahrventil, mit dem die Dampfmenge zur Maschine geregelt wird. Es sitzt genau oberhalb des HD-Schieberkasten.
Dreht man den Hebel nach rechts, roter Bereich, strömt der Dampf nicht zum HD-Schieber, sondern über den Receiver, der beide Zylinder ummantelt (Doppelmantelzylinder) zum ND-Schieberkasten. Damit wird die Maschine angefahren, wenn die HD-Kurbeln auf dem vorderen oder hinteren Todpunkt steht, denn bedingt durch die 90° Versetzung beider Kurbeln zueinander steht dann der ND-Kolben zum Anfahren zur Verfügung.
Vor dem Fahrventil steht die Zylinderölpumpe die von der HD-Schieberstange mittels Hebel und Ratsche angetrieben wird, davor befindet sich die Stephenson-Umsteuerung für den HD-Kolben und im Hintergrund die Nassluftpumpe.

 


Bei kleineren Dampfmaschinen wird der Dampf nach Verrichtung seiner Arbeit ins Freie geleitet. Bei größeren Maschinen ist dies nicht mehr möglich, z.B. würde die Maschine des KAISER WILHELM dann pro Sekunde ca. 570 ltr. Dampf  nach außen abgeben. Diese Menge würde das Schiff einnebeln und zu weiteren Unbehaglichkeiten führen. Deshalb wird der Abdampf zunächst in einen Kondensator geleitet und dort unter einer Dusche kondensiert. Das Kondensat fließt anschließend der Nassluftpumpe zu, welche es bis oberhalb der Wasserlinie hebt und gleichzeitig einen atmosphärischen Abschluß zum Kondensatorsystem erzeugt. Durch die Kondensation des Dampfes entsteht im Kondensator ein Vakuum von bis zu max. –0,85 bar, welches gleichzeitig die Kolbenkraft erhöht.
Die Nassluftpumpe wird von einem an der Welle zum Rad gekoppelten Exzenter angetrieben. Über Hebel werden zusätzlich 2 weitere Pumpen angetrieben, die Kesselspeisepumpe und die Toilettenwasserpumpe.
Die komplette Pumpeinheit wird Ihnen an Bord von unserem Personal gern erklärt.

zurück                    weiter